Buckower Felder

Am südlichen Stadtrand Berlins entsteht in den nächsten Jahren ein neues Quartier mit rund 900 Wohnungen. Der Großteil davon wird von der städtischen Wohnungsbaugesellschaft ‘Stadt und Land’ errichtet. Drei Grundstücke sollen jedoch in einem Wettbewerb an gemeinwohlorientierte Dritte vergeben werden, um die Durchmischung des Quartiers und eine hohe bauliche Qualität sicherzustellen.

Wir wurden ausgewählt eine Bewerbung für eines der drei Grundstücke abzugeben, um dort einen Quartiers-Baustein mit etwa 50 genossenschaftlichen Wohnungen, großzügigen Freiräumen und gemeinschaftlich genutzten Flächen zu verwirklichen.

Damit wollen wir zur Entstehung eines attraktiven, lebendigen Stadtteils beitragen, in dem Nachhaltigkeit sowie ein starkes nachbarschaftliches und soziales Miteinander eine besondere Rolle spielen.

 

Buckower Felder – Lage und Infrastruktur

Die Buckower Felder sind ein etwa 15 ha großes Areal, das in Buckow, einem Ortsteil des Bezirks Neukölln, liegt. Im Osten wird Buckow durch die Großwohnsiedlung Gropiusstadt geprägt, im Westen vor allem von kleinteiliger Siedlungsbebauung. Die Buckower Felder selbst grenzen im Süden unmittelbar an das Land Brandenburg mit dem Ort Großziethen. Entlang der Landesgrenze folgt ein Radweg dem Verlauf der ehemaligen Berliner Mauer.

Vor Ort befinden sich bereits fußläufig erreichbare Supermärkte, Schulen und medizinische Einrichtungen. Über die beiden Buslinien M44 und 172 ist das Gebiet an das Berliner ÖPNV-Netz angeschlossen. Die Haltestellen sind in wenigen Gehminuten erreichbar. Durch die Verbindung zu mehreren U-Bahnhöfen ist man in 30 Minuten in Berlins Mitte am Alexanderplatz oder in der City West am Wittenbergplatz.

Unser Vorhaben

Das neue Quartier Buckower Felder wird für unterschiedliche Nutzergruppen entwickelt. Neben der Schaffung von Wohnraum für Familien mit Kindern sollen Sonderwohnformen, ein Haus mit Arztpraxen und anderen Gewerbeflächen, eine Kindertagesstätte und eine kleine Jugendeinrichtung entstehen. Zusätzlich sollen vier Angerhäuser im Erdgeschoss quartiersbezogene Nutzungen aufnehmen.

Das Ziel unseres Beitrags zu diesem Stadtquartier ist nicht nur die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, sondern auch die Förderung von Gemeinschaft und Identifikation mit dem eigenen Wohnhaus, der unmittelbaren Nachbarschaft und dem ganzen Quartier.

Um eine lebendige Nachbarschaft zu ermöglichen und der Nachfrage nach neuen Wohnformen gerecht zu werden, planen wir gemeinschaftlich genutzte Räume und die Kombination von Arbeiten und Wohnen.

Es sollen vielfältige Wohnungsangebote, insbesondere gemeinschaftliche Wohnformen für Zielgruppen geschaffen werden, die auf dem Berliner Wohnungsmarkt sonst unberücksichtigt bleiben.

Der Baubeginn ist für 2021 geplant, die Fertigstellung der Wohnungen voraussichtlich 2023.

 

Architektur

Grundlage des architektonischen Konzepts ist eine offene, flexible, leicht umbaubare und damit zukunftssichere Struktur, die eine große Vielfalt von Wohnungsgrundrissen, von der Einzimmerwohnung bis zu Cluster-, Satelliten- und Atelierwohnungen erlaubt.

Die Wohnungen sind so geplant, dass der vorhandene Wohnraum effizient genutzt wird und allen Bewohner*innen zusätzlich zum individuellen Wohnraum gemeinschaftlich nutzbare Flächen zur Verfügung stehen.

Um Eigenleistungen zu ermöglichen und die Baukosten niedrig zu halten, ist ein Basisausbaustandard vorgesehen; wir achten auf eine kleine Anzahl von Bauteilvarianten und verwenden modulare Bauelemente. Jedes Gebäude wird grundsätzlich barrierefrei geplant.

 

Hausgemeinschaft

Unsere Gebäude sollen dazu beitragen die Lebensqualität ihrer Bewohner*innen zu steigern. Dazu gehört ein bereicherndes soziales Gefüge. Wir bringen unterschiedliche Menschen zusammen und entwickeln mit ihnen gemeinsam eine Hausgemeinschaft. Dabei integrieren wir Menschen mit Betreuungsbedarf und besonderen Wohnansprüchen wie z.B. Menschen mit chronischen Erkrankungen und Menschen mit Behinderungen. Dafür kooperieren wir mit sozialen Trägern. Die Integration in die Hausgemeinschaft bedarf besonderer Aufmerksamkeit, die wir mit einem strukturieren Prozess des Kennenlernens und der Erörterung von Fragen zum künftigen Zusammenleben erreichen.

In unseren Projekten wird es ein großes und für alle Bewohner*innen des Hauses gut erreichbares Angebot an Gemeinschaftsflächen geben, wie z.B. Werkstatt, Musikraum, Sport- und Spielraum, Gästewohnung, Waschküche, Gemeinschaftsküche und Jokerräume. Solche Räume fördern das Zusammenleben und eine auf gegenseitige Unterstützung eingerichtete Hausgemeinschaft. Gemeinschaftsflächen wie Hauszugänge und Treppenräume, Gemeinschaftsbalkone und Gärten werden mit den Bewohner*innen geplant und gestaltet, um eine hohe Aufenthaltsqualität zu erreichen und Begegnungsorte zu schaffen.

Die Gebäude sollen für die Nachbarschaft offen sein, weshalb generell eine öffentliche Nutzung der Erdgeschosse vorgesehen ist. Dies können Co-Working-Spaces, Restaurants, Quartierläden oder soziale / kulturelle Einrichtungen sein.

Erfahre hier mehr zum Leben in der Hausgemeinschaft.

 

Partizipation

Wir erfragen die Wohnbedürfnisse unserer registrierten Anwärter*innen, arbeiten mit ihnen gemeinsam an Fragen der Ausstattung und Gestaltung, an Gemeinschaftseinrichtungen und Möglichkeiten zur Eigenleistung und beziehen die gemeinsam gewonnenen Erkenntnisse in die Planung ein. Im weiteren Verlauf führen wir einen begleitenden Partizipationsprozess durch, der im Hinblick auf Planungsentscheidungen und das künftige Zusammenleben dauerhaft wirkt und Identifikation stiftet. In diesem Prozess erarbeiten wir Nachhaltigkeitsthemen und entwickeln beispielsweise Haus- oder Hoffeste, Tauschbörsen und Reparaturwerkstätten oder Kooperationen mit Car-Sharing- und Fahrradverleihanbietern.

Erfahre hier mehr zu Partizipation.

 

Soziale Verantwortung

Wir leisten mit unseren Projekten einen Beitrag zur sozialen Stadtentwicklung, in dem wir über das Erbbaurecht Bodenspekulation verhindern, die Belange von Nachbarn eines Projektes berücksichtigen, mit Kostenmiete wirtschaften und mietpreisgebundene Wohnungen für WBS-berechtigte Personen anbieten. Darüber hinaus bietet das auf Selbstverwaltung, Kommunikation und kollektive Entscheidungsfindung ausgerichtete Modell der Wohngenossenschaft einen idealen Sozialraum für nachbarschaftliches Wohnen und Zusammenleben.

 

Ökologie

Wir legen Wert auf eine ökologische Bauweise, natürliche Baustoffe und ein gesundes Wohnumfeld. Bei Herstellung und Nutzung der von uns konzipierten Häuser achten wir deswegen auf niedrigen Ressourcenverbrauch und eine einfache Bauweise, die dauerhaft ist, aber auch einfach rückgebaut werden kann. Die Konstruktion besteht bevorzugt aus modularen Holzbauelementen und einer Haustechnik, die simpel, einfach zugänglich und leicht zu reparieren ist.

Wir setzen auf die Nutzung erneuerbarer Energie, die im Haus selbst erzeugt wird, zum Beispiel mittels Photovoltaik. Angestrebt wird der Passivhausstandard bzw. KfW 40, der durch eine kompakte Bauweise, hohe Fassadendämmung und optimale Tageslichtnutzung erreicht wird. Wir planen grundsätzlich autofrei und fahrradfreundlich, gemäß dem vorgesehenen verkehrsberuhigten Quartierskonzept.

Der Energie- und Ressourcenverbrauch während der Nutzung des Gebäudes ist ähnlich hoch, wie während der Herstellung. Mit  architektonischen Lösungen und individueller Beratung unterstützen wir eine ökologische Lebensweise, die Energie und Kosten spart.

Erfahre hier mehr zu ökologischem Bauen.

 

Wohnkosten

Unser Ziel ist die Herstellung erschwinglichen Wohnraums. Für den Neubau bedeutet dies aktuell, dass die Höhe des Nutzungsentgeltes (Kaltmiete) voraussichtlich im Durchschnitt bei 13 € / m² Wohnfläche liegen wird. (Aufgrund des frühen Projektstands ist diese Angabe allerdings nur ein Richtwert.)

 

Finanzierung

Zur Finanzierung des Vorhabens werden verschiedene Darlehen kombiniert: Förderkredite aus dem KfW-Effizienzhausprogramm und dem Wohnungsneubaufond der IBB, sowie Bankdarlehen. Wir bevorzugen bei der Finanzierung nachhaltige Banken.

Voraussetzung für die Darlehensbereitstellung ist ein gewisser Anteil an Eigenkapital. Ein Teil kann durch die Genossenschaftsförderung der IBB abgedeckt werden, ein weiterer Teil wird von den Genossenschaftsmitgliedern als Einlage aufgebracht. Als Orientierungswert für die Beteiligungskosten kann zum jetzigen Zeitpunkt von 775 € / m² Wohnfläche ausgegangen werden. Mit dieser Einlage erwirbt man Anteile an der Bauträgergenossenschaft, die diese zur Kreditaufnahme benötigt. Im Falle des Austritts des Mitglieds aus der Genossenschaft zu einem späteren Zeitpunkt werden die Anteile wieder ausgezahlt.

Durch ein individuelles KfW-Darlehen ist der Erwerb von Genossenschaftsanteilen auch mit wenig Eigenkapital möglich.

Erfahre hier mehr über Finanzierung.

 

Projektbeteiligte

Die urban coop berlin entwickelt dieses Projekt zusammen mit Winfried Härtel | Projektentwicklung und Deimel Oelschläger Architekten.

 

Mitmachen

Um hier in ein genossenschaftliches Wohnprojekt einzuziehen, beteilige dich jetzt an der Entwicklung der urban coop berlin. Registriere Dich als Anwärter*in und wir schicken Dir weitere Informationen zu, wie Du Dich an der Planung des Projekts beteiligen kannst.

 

Links

Ausführliche Informationen über das neue Quartier gibts es hier auf der Webseite der Stadt und Land

Ein Exposé zum Konzeptverfahren steht hier zum Download zur Verfügung.

Referenzen Winfried Härtel | Projektentwicklung

Referenzen Deimel Oelschläger Architekten

 

Obere Darstellung Copyright 2006-2019 by STADT UND LAND Wohnbauten-Gesellschaft mbH, Berlin

Mittlere Darstellung Deimel Oelschläger Architekten

Alle Informationen und Unterlagen entsprechen dem Planungsstand September 2019, ohne Haftung für Vollständigkeit oder Fehlinformationen.

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