FAQ

Grundlegendes

Was ist eine Wohnungsbaugenossenschaft?

Eine Genossenschaft ist eine Unternehmensform, wie eine GmbH oder eine Aktiengesellschaft, mit ein paar wesentlichen Unterschieden. In einer Wohnungsbaugenossenschaft sind die Bewohner*innen eines Hauses die Eigentümer*innen. Der primäre Zweck ist das Wohnen, dafür kann eine Wohnungsbaugenossenschaft ein existierendes Haus kaufen oder neu Bauen. Weitere Informationen gibt es hier.

Was ist der Unterschied zu einer Baugruppe?

In einer Baugruppe tun sich mehrere Menschen zusammen, um Eigentumswohnungen für sich zu bauen. In einer Wohnungsbaugenossenschaft tun sich mehrere Menschen zusammen, um gemeinsam ein Haus zu bauen. Bei gemeinschaftlichem Eigentum steht weniger die Geldanlage im Vordergrund, als das Zusammenleben.

Was ist gemeinschaftliches Wohnen?

Der rechtliche Rahmen der Genossenschaft ist die ideale Grundlage, um sich Räume im Haus zu teilen – sei es das Bad, die Küche, das Wohnzimmer oder auch nur der gemeinsame Garten. Ob und wie viel Gemeinschaft gewünscht ist, kann jede/r selbst entscheiden.

Welche Aufgaben übernimmt die urban coop berlin eg?

Die urban coop berlin eg übernimmt die Projektentwicklung, gründet die Wohnungsbaugenossenschaft und bietet Anwärter*innen freie Wohnungen an.

Die urban coop berlin eg bietet den verschiedenen von ihr gegründeten Wohnungsbaugenossenschaften ein Netzwerk, das z.B. den Wohnungswechsel zwischen einzelnen Häusern ermöglicht. Außerdem unterstützt sie die einzelnen Wohnungsbaugenossenschaften bei der Suche nach Nachmietern.

Welche Aufgaben übernimmt die Wohnungsbaugenossenschaft?

Die zukünftigen Bewohner*innen des Hauses werden Mitglieder in einer projektspezifischen Wohnungsbaugenossenschaft und bauen mit fachlicher Unterstützung zusammen ein Haus. Das Haus gehört allen Genossenschaftsmitgliedern gemeinsam.

Nach Fertigstellung entscheiden die Genoss*innen, ob sie die urban coop berlin eg mit der Geschäftsbesorgung und der Hausverwaltung beauftragen wollen; oder ob sie dies selbst übernehmen.

Der Bewerbungsprozess

Wie werden die Anwartschaftsnummern vergeben?

Beantrage auf unserer Webseite die Eintragung in unsere Anwartschaftsliste. Gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes i.H.v. 96 EUR erhält jede/r Anwärter*in eine Nummer nach der Reihenfolge des Zahlungseingangs.

Wie werden die Wohnungen vergeben?

Hat die urban coop berlin eg ein Bauprojekt so weit entwickelt, dass die Wohnungsgrundrisse feststehen, werden sie den Anwärter*innen zur Reservierung angeboten. Gibt es mehrere Interessent*innen für ein und dieselbe Wohnung, erhält die/der Anwärter*in mit der niedrigeren Anwartschaftsnummer den Vorzug.

Ist die Anwartschaftsnummer für die Vergabe immer maßgeblich?

Grundsätzlich ja. Dennoch gibt es zu jeder Regel auch Ausnahmen. Zur Erhöhung der Diversität können in einzelnen Wohnprojekten bestimmte benachteiligte Gruppen bei der Wohnungsvergabe bevorzugt werden.

Benötigen alle Personen, die zusammen in eine Wohnung ziehen möchten, eine Anwartschaftsnummer?

Nein. Für die Reservierung einer Wohnung wird nur eine Anwartschaftsnummer benötigt. Nach erfolgreichem Beitritt in die Wohnungsbaugenossenschaft und Zeichnung der erforderlichen Anteile erhalten alle Mitbewohner eine Nummer aus der laufenden Anwartschaftsliste.

Clusterwohnungen bilden hier eine wichtige Ausnahme. Alle Bewohner*innen einer Clusterwohnung müssen als Anwärter*innen bei der urban coop berlin eg registriert sein.

Wie können sich Anwärter*innen einbringen?

Anwärter*innen erhalten bei der Registrierung die Möglichkeit einen Fragebogen zu ihren Wohnpräferenzen auszufüllen. Die urban coop berlin eg orientiert sich bei der Grundstückssuche und Projektentwicklung an diesen Vorgaben.

Darüber hinaus können Anwärter*innen zum Beispiel weitere Mitglieder werben, sich an der Grundstückssuche beteiligen oder die Finanzierung mittels Privatdarlehen unterstützen. Die urban coop berlin eg ist für jegliche Unterstützung offen, die die Initiierung eines Projektes befördert.

Kann ich meinen Platz auf der Anwartschaftsliste weitergeben?

Nein, eine Übertragung der Anwartschaftsnummer ist nicht möglich.

Kann ich die Anwartschaftsliste verlassen?

Ja, das ist jederzeit formlos mit einer Nachricht an uns möglich. Bereits gezahlte Beiträge können nicht erstattet werden.

Zum Beginn eines jeden Jahres werden wir Dich daran erinnern, Deinen Jahresbeitrag zu entrichten. Bist Du nicht mehr an der Anwartschaft interessiert, brauchst Du auch nicht zu zahlen und Deine Nummer wird von der Liste gestrichen.

Was geschieht mit meinen Daten?

Alle Angaben werden ausschließlich für die Arbeit der urban coop berlin eg verwendet. Im Falle einer erfolgreichen Wohnungsreservierung leiten wir Deine persönlichen Daten an die entsprechende Wohnungsbaugenossenschaft für den Beitritt weiter. Ansonsten geben wir ohne Deine ausdrückliche Zustimmung keine Daten an Dritte weiter. Wir behalten uns vor anonymisierte Daten für statistische Zwecke auszuwerten. Du hast jederzeit die Möglichkeit, Dich wieder abzumelden. Deine persönlichen Daten werden dabei automatisch gelöscht. Detaillierte Informationen stehen in unserer Datenschutzerklärung.

In der Planungsphase

Wie lange dauert es, bis ich eine Wohnung beziehen kann?

Die urban coop berlin eg setzt sich zum Ziel, alle zwei Jahre ein neues Bauprojekt zu entwickeln. Die darauf folgende Planungs- und Bauzeit beträgt im Optimalfall drei Jahre. Anwärter*innen erhalten Informationen über die zeitliche Abfolge der einzelnen Planungschritte des Projektes. Eine vereinfachte Darstellung der einzelnen Schritte findest Du in diesem Artikel. Die Realisierungsdauer hängt neben der Bauzeit unter anderem vom Zustand des Grundstücks, dem Zeitpunkt des Erwerbs, der Effizienz des Partizipationsprozesses und der Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden ab.

Eine Prognose, wann in welchem Kiez ein Grundstück gefunden wird, kann nicht gemacht werden. Wenn Dir verfügbare Grundstücke oder zum Verkauf stehende Immobilien bekannt sind, dann lass es uns gern wissen!

Wann muss ich wie viel zahlen?

Bis zur erfolgreichen Reservierung einer Wohnung in einem Bauprojekt der urban coop berlin eg zahlen Anwärter*innen den Jahresbeitrag i.H.v. 96 €. Auf die erfolgreiche Reservierung einer Wohnung folgt der Beitritt zur jeweiligen Genossenschaft. Dafür wird ein Eintrittsgeld gezahlt und es muss ein Pflichtanteil erworben werden. Durch die Zeichnung weiterer wohnungsbezogener Anteile wird dann der Hausbau anteilig finanziert. Diese Anteile entsprechen dem Eigenkapital, das notwendig ist, um ein Baudarlehen zu erhalten. Die Höhe ist vom Finanzierungsvertrag mit der Bank abhängig. Ab dem Zeitpunkt des Einzugs fällt ein monatliches Nutzungsentgelt (Miete) an.

Bekomme ich mein Geld zurück, wenn ich ausziehe?

Die eingezahlten Genossenschaftsanteile werden im Falle eines Auszugs aus der jeweiligen Wohnung grundsätzlich in der gleichen Höhe, also zum Nominalwert, zurückerstattet. Das Eintrittsgeld zur Wohnungsbaugenossenschaft und die geleisteten Jahresbeiträge für die urban coop berlin eg werden nicht zurückerstattet – ebensowenig das monatliche Nutzungsentgelt.

Kann ich mich auch ohne das nötige Eigenkapital an einem Wohnprojekt beteiligen?

Jein. Wer nicht über das nötige Eigenkapital verfügt, um die entsprechenden Genossenschaftsanteile zu erwerben, kann einen Kredit aufnehmen. Wir empfehlen einen Kredit von der KfW, der ausdrücklich dem Erwerb von Genossenschaftsanteilen dient. Voraussetzung der Kreditvergabe ist jedoch wiederum ein gewisses Eigenkapital. Die jeweiligen Konditionen werden von der Hausbank festgelegt.

Wie zuverlässig ist die Finanzierungsplanung für ein Bauvorhaben?

Bauprojekte sind sehr komplex. Von der Planung bis zur Fertigstellung vergehen i.d.R. mehrere Jahre, viele verschiedene Akteure sind an dem Projekt beteiligt, unzählige Einzelheiten müssen bedacht werden und Rahmenbedingungen verändern sich manchmal ganz plötzlich und unerwartet. Die Kosten für ein Projekt können deshalb zu Beginn der Bauplanung nur grob geschätzt und durch Reserven ergänzt werden. Im weiteren Planungsverlauf werden sie dann immer weiter präzisiert (nach DIN 276).

Das Ziel der urban coop berlin eg ist die möglichst kostengünstige Erstellung von Wohn- und Arbeitsraum ohne Profit für Dritte. Der eingesparte Betrag im Vergleich zum Erwerb einer Eigentumswohnung geht mit einem gewissen persönlichen Risiko bezüglich der Entwicklung der Beteiligungskosten im Projektverlauf einher.

Welche Möglichkeiten der Mitgestaltung habe ich?

Bei der Planung des Gebäudes werden interessierte künftige Bewohner*innen miteinbezogen. Um teure Verzögerungen zu vermeiden und effizient planen zu können, wird der Prozess von einer professionellen Projektsteuerung und einem Beteiligungsteam durchgeführt. Um erschwingliche Erstellungskosten zu gewährleisten ist ein Basisstandard für das gesamte Projekt von Vorteil. Individualisierungen erfordern einen erhöhten Planungsaufwand und können separat beauftragt werden.

Hier bekommst Du einen Eindruck davon, wie die Beteiligung in unserem Projekt in der „Schöneberger Linse“ abläuft.

Was sind meine Vorteile gegenüber Wohneigentum?

Genossenschaftliches Wohnen vereint die Vorteile des Wohnens zur Miete mit denen des Wohneigentums. Genossenschaftsmitglieder besitzen ein Dauernutzungsrecht und sind deshalb unkündbar (es sei denn, sie verstoßen grob gegen die Regeln der Genossenschaft).

Genossenschaften ermöglichen mehr Gemeinschaft. Die Organisationsform, regelmäßige Veranstaltungen und die vorhandenen Gemeinschaftsflächen bieten einen Rahmen, um tatsächlich zusammen zu wohnen statt nur nebeneinander zu leben.

Weitere Vorteile sind:

– eine begrenzte, aber sichere Kapitalanlage

– eine Kündigung ist jederzeit möglich

– keine persönliche Verschuldung

– günstige Preise durch Quersubventionierung

– vereinfachter Partizipationsprozess

– professionelles Management

Wohnen im Genossenschaftshaus

Wer verwaltet die Wohnungsbaugenossenschaft?

Bei der Gründung der Wohnungsbaugenossenschaft wird die Verwaltung von der urban coop berlin eg aufgebaut. Nach der Fertigstellung wird die Wohnungsbaugenossenschaft in die Selbstverwaltung überführt. Sie wird bei Bedarf von Fachpersonen aus der urban coop berlin eg unterstützt.

Kann die Satzung geändert werden?

Ja, die Satzung kann entsprechend der Mehrheitsverhältnisse jederzeit von den Genossenschaftsmitgliedern geändert werden.

Wie hoch ist das Nutzungsentgelt?

Das Nutzungsentgelt stellt eine Kostenmiete dar, es wird kein Profit erwirtschaftet. Genaue Zahlen ergeben sich erst mit geklärter Finanzierung.

Kann das Nutzungsentgelt (Miete) steigen?

Das Ziel ist ein gleichbleibendes Nutzungsentgelt. Beeinflussende Faktoren sind steigende Zinsen für laufende Kredite und steigende Nebenkosten.

Wie hoch sind die Nebenkosten?

Das Ziel sind niedrige Nebenkosten. Wir streben einen Niedrigenergiehausstandard und einfache Technik mit geringen Unterhaltskosten an.

Verringert sich das Nutzungsentgelt, wenn der Kredit abbezahlt ist?

Darüber entscheiden die Mitglieder. Mit zunehmendem Alter eines Gebäudes steigen generell die Unterhaltskosten, das Nutzungsentgelt sollte so kalkuliert werden, dass Rücklagen gebildet werden können. Möglicherweise gibt es Ausbaupotential auf dem Grundstück, mit Rücklagen könnte gegebenenfalls ein Erweiterungsbau finanziert werden.

Ist eine Untervermietung / Zwischenvermietung möglich?

Untervermietung und Zwischenvermietung sind prinzipiell möglich. Genaue Regelungen werden in jeder Wohnungsbaugenossenschaft selbst festgelegt.

Was passiert, wenn jemand auszieht?

Freie Wohnungen werden grundsätzlich über das Anwartschaftssystem der urban coop berlin eg vergeben.

Benötigen mitwohnende Kinder eine eigene Anwartschaftsnummer, wenn sie volljährig werden? Müssen sie Anteile erwerben?

Ja. Mit Erreichen der Volljährigkeit, muss jede/r Bewohner*in Mitglied der Genossenschaft werden und eine Anwartschaftsnummer beantragen. Solange kein eigenes Mietverhältnis besteht, genügt der Erwerb eines Pflichtanteils. Anwartschaftsnummern können auch schon vor Erreichen der Volljährigkeit beantragt werden.

Wie ist Erbschaft geregelt?

Genossenschaftsanteile gehen auf die Erb*innen über. Einen Anspruch auf die Wohnung haben sie nicht. Abweichende Regelungen kann jede Wohnungsbaugenossenschaft in ihrer Satzung definieren.

Kann ich die Genossenschaft verlassen?

Ein Austritt aus der Genossenschaft ist grundsätzlich möglich. Die Formalitäten werden in der Satzung der entsprechenden Wohnungsbaugenossenschaft genau festgelegt.

Was sind Clusterwohnungen?

Die sogenannte Clusterwohnung ist eine Kreuzung zwischen einer WG und einer Kleinwohnung: Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer, die Küche gehört allen.

Anders als bei einer WG, verfügt jedes Zimmer über Bad und Kochnische. Diese Gestaltung lässt ein Maximum an gemeinschaftlichem Leben zu und ermöglicht zugleich den Rückzug in die eigene komplette Wohnung.

Hier werden einige Beispiele erläutert.

Hast du noch Fragen? Stell sie bitte auf unserer facebook-Seite und diskutiere sie mit anderen Interessent*innen.

Sei dabei!

Werde Teil unserer Anwartschaftsgemeinschaft und plane das nächste Projekt mit.