Auf dem Holzweg sind die anderen

Die urban coop berlin eG möchte nicht nur flexibel, fair und gemeinschaftlich, sondern auch verantwortungsvoll bauen. Bei den Planungen des ersten Wohnprojekts haben sich die Architekten deshalb für die Verwendung von Holz als primären Baustoff entschieden.

Es gibt viele sehr gute Gründe für das Bauen mit Holz: Holz bindet Feuchtigkeit und sorgt dadurch für ein angenehmes Raumklima. Im Gegensatz zu Stein oder Beton ist es ein sogenannter träger Wärmeleiter, weshalb Temperaturschwankungen sich nicht so schnell bemerkbar machen. Richtig verwendet sorgt Holz also für niedrige Betriebskosten. Außerdem wirkt es beruhigend auf uns Menschen. Es ist ein überaus robuster und langlebiger Baustoff – das stellen z.B. Fachwerkhäuser, die teils gut 300 Jahre alt sind, eindrucksvoll unter Beweis. Zudem kann man Holzhäuser nicht nur schnell und relativ unkompliziert bauen, sondern auch ziemlich leicht wieder zurückbauen (mit anderen Worten: man kann auf die Abrissbirne verzichten). Die einzelnen Bauelemente können dann später wiederverwendet bzw. in anderer Form weitergenutzt werden.

Darüber hinaus sticht ein Argument besonders hervor: Holz wächst von alleine und es wächst auch wieder nach – und zwar überall auf der Welt!

Bei der Produktion von Zement werden Unmengen an Treibhausgasen freigesetzt, die man durch die Verwendung von Holz einsparen kann. Allein beim Bau des HoHo in Wien – dem mit 84 Meter bisher höchsten Holzhaus der Welt – werden den Bauherren zufolge rund 2.800 Tonnen CO2 allein durch die Verwendung von Holz statt Beton eingespart.

Holz ist als Baustoff geradezu prädestiniert, weil es ohne das Zutun der Menschen immer wieder wächst. Das heißt natürlich nicht, dass uns unbegrenzt Holz zur Verfügung stünde oder dass wir verschwenderisch mit Holz umgehen dürften. Doch im Gegensatz zu den „grauen“ Bauträgern ist Holz erneuerbar und damit als Baustoff eigentlich unschlagbar. Für das Wiener HoHo z.B. werden insgesamt 3600 Kubikmeter Holz benötigt. Das ist zwar viel Holz; doch es entspricht gerade einmal 0,6 Promille des jährlichen Holzüberschusses in Österreich.

Auch in Berlin gibt es neben dem Bauvorhaben der urban coop in der Schöneberger Linse weitere spannende Holzbauprojekte. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch in der Lynarstraße im Wedding. Dort bauen unsere Freunde von der Genossenschaft Am Ostseeplatz eG ein sechsstöckiges Holzhaus. Das verwendete Holz wächst in nur 19 Minuten nach!

Unser Tipp: Interessierte können zwischen Februar und Juni immer freitags an einer zweistündigen Führung durch das Haus teilnehmen. Hier geht´s zur Anmeldung.

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