Gemeinsam

21. Januar 2016 /

Gesellschaftliche und demographische Veränderungen geben Anlass, gängige Wohnungstypologien besser an neue Lebensmodelle und Bewohnerbedürfnisse anzupassen.

Die Gewichtung von Nähe und Distanz bei der räumlichen Organisation von privater Sphäre der eigenen Wohnung und gemeinsam genutzten Flächen, bieten zahlreiche Möglichkeiten, sich verändernden Wohnbedürfnissen gerecht zu werden.

Vor allem sind es Gemeinschaftsräume und -flächen, die als Katalysator für geplante und zufällige Begegnungen der Bewohner*innen dienen, wodurch sich gemeinschaftliche Vorhaben vom konventionellen Wohnungsbau unterscheiden können.

Das Offene und Intime

In seinem sehr empfehlenswerten Buch „Wohnkomplex“ reflektiert Niklas Maak darüber, was Privatheit und Offenheit heutzutage bedeuten und wie dieses Verhältnis in früheren Gesellschaften gelebt wurde. Diese Überlegungen haben einen starken Einfluss auf unsere Arbeit.

Denn, wie Maak schreibt: „Eines der grundlegenden Probleme der aktuellen Architektur und Stadtplanung ist, die Unklarheit darüber, was heute überhaupt als privat, was als öffentlich bezeichnet werden kann, welche Formen von Zusammensein und Alleinseinwollen existieren.

Welche Form von Eigentum an Dingen und Raum ist für die Konstruktion von Identität wichtig?
Welche Dinge und Räume können der Welt des Sharing übereignet werden, um so mehr Raum für das eigentlich Wichtige zu lassen?“

Wir Suchen antworten auf diese Fragen, und möchten sie mit Dir, als künftigem*r Bewohner*in einer Hausgemeinschaft diskutieren.

Beispiele, wie Wohnen in Gemeinschaft heute funktionieren kann, findest Du unter dem Stichwort Co-Housing in unserem Blog. Was Privat für Dich bedeutet, kannst du auf unserer facebook-Seite diskutieren.

Ausgewählte Denkanstöße aus Maaks Buch: „Das Private ist das, was niemanden sonst angeht, öffentlich ist das, was viele oder alle betrifft. Demnach wäre Privatheit nicht in erster Linie an Räume, sondern an Situationen und Rückzugsbedürfnisse geknüpft.

Das Private und das Öffentliche sind keine anthropologischen Grundkonstanten, sondern historisch entstandene Begriffe, die einem gesellschaftlichen und technologischen Wandel unterliegen. Noch im 19. Jahrhundert standen sich Privatsphäre und öffentliche Sphäre keineswegs polar als jeweils voneinander abgeschlossene Bereiche gegenüber.

Das klassische Haus war keinesfalls ein privater Ort per se. Es kannte noch nicht die strenge Trennung von Arbeit und Wohnen, dem Privaten und dem Öffentlichen. Diese Durchmischung von Arbeiten und Wohnen war jahrtausendelang ein Charakteristikum der allermeisten Wohnhäuser.

Erst die frühe Moderne entwickelte eine Abneigung gegen das Offene und Unbestimmte am traditionellen Haus – Die gemischten Zimmer, die mehreres zugleich sein können, Schlafzimmer, Spielzimmer und dergleichen.“

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